Die Banalität des Beamtentums – über die Razzia in der Anarchistischen Bibliothek Kalabalik und die Repressionswelle in Berlin

[english below]

Am frühen Morgen des 24. März 2026 war es mal wieder soweit. Bei 17 Objekten in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Kyritz knallten die Türen und ein Trupp Vermummter stürzte sich auf die Schlafenden oder – wie in unserem Fall – über Bücherregale und Zeitungsarchive. Anlass für das rabiate Weckkommando des Berliner LKA war diesmal ein Brandanschlag im vergangenen September auf die Stromversorgung des Technologieparks Adlershof, der einen weitreichenden Blackout zur Folge hatte. Die Cops suchen nach Beweisen, welche die Gehirnakrobatik der Ermittlungsgruppe Spannung endlich würdigen und ihre herbei halluzinierten Konstrukte untermauern sollen. Zumindest lässt sich nichts Anderes aus dem vorgelegten Durchsuchungsbeschluss ableiten, der von dem richterlichen Vollstrecker Jacob abgesegnet wurde. Unter den betroffenen Objekten befand sich neben dem Infoladen Scherer8, dem L5 Späti und mehreren Privatwohnungen, wie schon mehrmals in der Vergangenheit, die Anarchistische Bibliothek Kalabalik in Kreuzberg.

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Veranstaltung, Diskussion zu Patriarchat und Militär

Am 11.03. ab 19 Uhr wird es in der Kalabalik eine kleine Veranstaltung, Diskussion zu Patriarchat und Militär geben.
Ein kleines Gedanken-Thesen-Papier wird es geben. Bringt gerne auch eure Gedanken und Überlegungen mit. Lasst uns gemeinsam die Ansätze oder bereits ausformulierte Analysen vertiefen und austauschen.
Zum Beispiel:
Spaltungen sind das Tor zur Erhaltung patriarchaler Zustände.
Gegensätze werden da geschaffen, wo wir Verbindungen suchen. 
Kriege aber brauchen die auf Feinde gerichtete aggressive Dynamik, die aus kulturell und gesellschaftlichen vorherrschenden Männlichkeitskonstrukten kommt.
Wie können wir das Pflänzchen der Solidarität gießen und unsere Verbundenheiten und unsere Abhängigkeiten von dem was wir lieben radikalisieren, wie können wir ein Begehren aufbauen, welches das Patriarchat ins völlige Nichts führt ?
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Hä? Was hab ich denn da gelesen?

23.Februar 2026 18.00-20.00 Uhr Lesung/Diskussion

Hast du ein Buch gelesen, dass du gerne anderen vorstellen magst?
Hast du Nachrichten gelesen, die dich ratlos zurückgelassen haben?
Möchtest du erfahren was andere gelesen haben?
Egal ob Aktuelles, Nachrichten, Pamphlete oder auch Kunst, Kultur,
Sachbuch und Absurdes.
Wir wollen uns gegenseitig gelesene Texte vorstellen und die Dinge
über die wir stolpern, gemeinsam einordnen. Hattest du mal gerade
nicht soviel Zeit zum lesen, kannst du natürlich einfach lauschen.

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Movie: THE ESTALLIDO SOCIAL (So., 25.1.25, 19 Uhr)

The Estallido Social (or Social Explosion) was a popular uprising in the territories occupied by the Chilean state, sparked on October 18th 2019 by a fare hike of 30 pesos. What began with a student-led campaign of transit fare evasions quickly spread into a nationwide uprising that shook society to its very foundations.

This uprising was born out of the long history of revolt in so-called Chile. Unfortunately, as participant Yza reminds us, long histories of revolt are often due to long histories of repression. Repression in these lands goes back before the formation of the Chilean state, to the Spanish invasion and conquest. But the modern era begins with the 1973 coup that installed Augusto Pinochet as dictator. Years of neoliberal reforms produced a disillusioned and disorganized working class. InterRebellium traces the roots of the 2019 uprising to the student movements of the 2000s and feminist movements of the mid 2010s, as well as through Indigenous resistance throughout the history of colonial domination. The movement also took cues and tactics from revolts happening concurrently in Hong Kong and Ecuador.

For months, thousands of people fought pitched street battles with the cops and military, organized networks of support for the front line militants, created horizontally organized neighborhood assemblies, participated in general strikes and conducted acts of arson and sabotage against symbols of power and multinational corporations.

The Estallido was ultimately contained through a combination of brutal state repression, promises of reform and a new constitution, and an aesthetic face-lift on the old symbols of power with the election of the young Gabriel Boric of the new-left. As the riots subsided and many people became willing to work within the channels of state bureaucracy, Boric and the new left were free to build coalition with the same forces that were in power before the Estallido, leaving many of the worst perpetrators of state repression in their same roles. A handful of political prisoners from the Estallido remain behind bars to this day.

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Briefe an Gefangene schreiben

10.September 2025, 18-20 Uhr

Autausch, Schreiben, Lesen – wir haben Adressen, Postkarten und Briefmarken. Bringt gerne auch schöne Postkarten oder Infos zu aktuellen Repressionsfällen mit.

Wenn wir gemeinsame Diskussionen/Inputs machen, dann werden die in englischer Sprache stattfinden.

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Writing Letters to Prisoners

September 10, 6pm-8pm

Exchange, writing, reading – we have adresses, post cards and stamps. If you like bring postcards or infos about current repression cases.

If we are discussing/make inputs, we will make it in english.

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Veranstaltung mit Capulcu: 19.08. // 19Uhr – BIG TECH GOES MAGA – ALLGEMEINE KI ALS REAKTIONÄRE UTOPIE

Transformation zum autokratisch-faschistoiden ‚Fortschrittsprojekt‘

Das Zusammenwirken von Autokratie-Anhängern, Faschisten und reaktionären Tech-Feudalisten erreicht in den USA ein neues Bewegungsniveau. Die Tech-Oligarchie stellt dabei nicht nur Technologien zur Verfügung, die insbesondere rechtsextremen Bestrebungen nützlich sind, sondern befeuert aktiv einen breit angelegten rechten Kulturkampf. Ihr eugenisches, rassistisches und elitaristisches Technologieversprechen dient dabei als visionäre Fortschrittserzählung, die angesichts einer allgemeinen Utopiearmut in der Mehrfachkrise mehr und mehr verfängt.

Dabei stoßen wir auf einen politisch gefestigten Kern, radikalisierte Bewegungsverstärker und Mitläufer. Alle drei Kategorien tragen mit ihrer enormen Reichweite massiv zum Hegemonieprojekt einer (ultra-)rechten Technokratie bei. Die beiden ersten Kategorien fußen dabei auf einem stabilen (pseudo-)philosophischen Weltbild, dessen Wurzeln in der Eugenik zu finden sind. Und tatsächlich finden wir eine zunehmende Enttabuisierung der Einteilung von wertvollem und weniger wertvollem Leben – sowohl bei den Tech-Protagonisten wie z.B. Elon Musk und Peter Thiel, als auch bei dessen Polit-Zögling, dem derzeitigen US-Vizepräsidenten J.D. Vance.

Eine feministische und antifaschistische Gegenbewegung muss dieses autoritäre Zukunftsprojekt angreifen. Eine unkritische Nutzung der vermeintlich ‚neutralen‘ Technologien als ‚bloße Werkzeuge‘ befördert hingegen deren Normalisierung und damit eine weitere Machtkonzentration dieser „Rechtsaußen-Tech-Oligarchie“.

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Briefe an Gefangene schreiben

13.8.25 18.00-20 Uhr

Autausch, Schreiben, Lesen – wir haben Adressen, Postkarten und Briefmarken. Bringt gerne auch schöne Postkarten oder Infos zu aktuellen Repressionsfällen mit.

Wenn wir gemeinsame Diskussionen/Inputs machen, dann werden die in englischer Sprache stattfinden.

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Writing Letters to Prisoners

August 13th 6pm-8pm

Exchange, writing, reading – we have adresses, post cards and stamps. If you like bring postcards or infos about current repression cases.

If we are discussing/make inputs, we will make it in english.

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25.7 19 Uhr: Buchvorstellung und Diskussion: Maria Nikiforova – Die unmittelbare Revolution

Es wird das Buch „Maria Nikiforova – Die unmittelbare Revolution. Die Odyssee einer Anarchistin durch die Ukraine (1885 – 1919)“ vorgestellt.

Hinter Maria Nikiforova, oder viel eher mit ihrem Leben, eröffnen sich verschiedene Perioden der revolutionären Bewegung in Russland. Diese verbinden ihre Jugend mit dem anarchistischen „motivlosen Terror“ (bezmotivnyi) um 1905 und mit den aufständischen Tagen in Petrograd im Juli 1917, welche durch einige Gefährt:innen vor dem bolschewistischen Staatsstreich des Oktobers 1917 provoziert wurden. Auch wird ihre Beteiligung bei den „Untergrund-Anarchisten“ aufgezeigt, welche nach 1919 Netzwerke von Gefährt:innen erneut verknüpften, um sowohl die Weißen als auch die Roten zu attackieren und durch ihre Agitation zu einer „dritten sozialen Revolution“ aufzurufen.

Nach einem kurzen Überblick über diese verschiedenen aufständischen Versuche und Erfahrungen, wollen wir entlang einiger im Buch aufgeworfenen Fragen diskutieren.

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Briefe an Gefangene schreiben

9.Juli 18.00-20 Uhr

Autausch, Schreiben, Lesen – wir haben Adressen, Postkarten und Briefmarken. Bringt gerne auch schöne Postkarten oder Infos zu aktuellen Repressionsfällen mit.

Wenn wir gemeinsame Diskussionen/Inputs machen, dann werden die in englischer Sprache stattfinden.

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Writing Letters to Prisoners

July 9 6pm-8pm

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If we are discussing/make inputs, we will make it in english.

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»Helfen uns die ›alten Gruppen‹ aus der Apathie?«

Lesung und Diskussion, Mittwoch, 18. Juni 2025, 19:00

Anhand exemplarischer Textstellen aus grupos autonomos. Eine bewaffnete Chronik der Transition in Spanien 1974–1984, Koukoulofori – Die Vermummten. Anarchie und Widerstand in Griechenland 1967–1994, Die Früchte des Zorns. Dokumente und Materialien zur Geschichte der Revolutionären Zellen und der Roten Zora möchten wir mit Euch diskutieren, ob die notwendige Verbindung von Handlungsfähigkeit und Organisierung zu mehr aufständischen Momenten führt und was wir heute dafür tun können diese Verbindung zu kreieren und die scheinbare Apathie der linksradikalen Szene aufzubrechen. Es wird zu prüfen sein, inwiefern die Beschreibungen historischer Momente uns Inspiration dafür sein können.

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